Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS)
Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS)

Die Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) ist eine schwere, aber oft klinisch nicht auffällige Persönlichkeitsstörung, die sich durch sehr wechselhafte Stimmungen, gestörte zwischenmenschliche Beziehungen, mangelndes Selbstvertrauen und unterschiedliche autoaggressive Verhaltensweisen äußert. Diese Instabilitäten ziehen oft das persönliche Umfeld in Mitleidenschaft und beeinrächtigen so Alltag, langfristige Lebensplanung und das Selbstbild.

Der Name Borderline stammt aus Zeiten, als man dachte, es würde sich bei BPS um einen Grenzfall (engl. borderline) zwischen Psychose und Neurose handeln. Menschen mit BPS leiden jedoch an ihren starken, oft in ihrer Stärke nicht zu reduzierenden Reaktionen auf äußere Einflüsse und Gefühle, wie Erinnerungen. Sie können ihren oft starken "Gefühlsimpulsen" nichts entgegensetzen.

Obwohl nicht so bekannt wie Schizophrenie oder Bipolare Störung (auch manisch-depressive Krankheit), ist Borderline häufiger und betrifft zwei Prozent der Erwachsenen. Frauen sind dreimal häufiger betroffen als Männer. Diese auffällige Geschlechterdifferenz könnte damit zusammenhängen, dass missbrauchte Frauen eher klinisch und misshandelte Männer eher forensisch auffällig werden und dass Männer mit Borderline-Symptomatik eher anderen Persönlichkeitsstörungen (z.B. Antisoziale Persönlichkeitsstörung) zugeordnet werden.

Bezeichnend sind häufige selbstverletzende (parasuizidale) Handlungen, Suizidversuche und vollendeter Suizid.
Patienten mit BPS benötigen oft umfangreiche psychische Betreuung und belegen etwa 20 Prozent der psychischen Behandlungsplätze. Dank moderner Therapien kann jedoch vielen langfristig zu einem eigenständigen und sinnvollen Leben verholfen werden.

"Es handelt sich um Leute, zumeist Frauen, die aufgewachsen sind in dem Gefühl, nicht die ihnen zustehende Aufmerksamkeit und Unterstützung erhalten zu haben. Sie sind wütend darüber und suchen Wege dies in ihren Beziehungen zu kompensieren. Sie haben hohe Erwartungen und antworten mit Wut und Verzweifelung, wenn ihr Bedürfnis erneut im Stich gelassen wird." (John Gunderson, Arzt aus Belmont, USA)


Klassifizierung nach ICD und DSM

ICD-10

Die emotional instabile Persönlichkeitsstörung umfasst zwei Typen: impulsiver Typus (F60.30) und Borderline Typus (F60.31).

Die wesentlichen Charakterzüge des impulsiven Typus sind emotionale Instabilität und mangelnde Impulskontrolle. Ausbrüche von gewalttätigem und bedrohlichem Verhalten sind häufig, vor allem bei Kritik durch andere.

Mindestens drei der folgenden Eigenschaften oder Verhaltensweisen müssen vorliegen, darunter 2.:
1. deutliche Tendenz unerwartet und ohne Berücksichtigung der Konsequenzen zu handeln;
2. deutliche Tendenz zu Streitereien und Konflikten mit anderen, vor allem dann, wenn impulsive Handlungen unterbunden oder getadelt werden;
3. Neigung zu Ausbrüchen von Wut oder Gewalt mit Unfähigkeit zur Kontrolle explosiven Verhaltens;
4. Schwierigkeiten in der Beibehaltung von Handlungen, die nicht unmittelbar belohnt werden;
5. unbeständige und unberechenbare Stimmung.

F60.31 Emotional instabile Persönlichkeitsstörung - Borderline Typus

Mindestens drei der fünf eben erwähnten Kriterien des impulsiven Typus müssen vorliegen und zusätzlich mindestens zwei der folgenden Eigenschaften und Verhaltensweisen:
1. Störungen und Unsicherheit bezüglich Selbstbild, Zielen und "inneren Präferenzen" (einschließlich sexueller);
2. Neigung sich in intensive aber instabile Beziehungen einzulassen, oft mit der Folge von emotionalen Krisen;
3. übertriebene Bemühungen, das Verlassenwerden zu vermeiden;
4. wiederholt Drohungen oder Handlungen mit Selbstbeschädigung;
5. anhaltende Gefühle von Leere.

DSM-IV

Mindestens 5 der folgenden Kriterien müssen erfüllt sein:
1. verzweifeltes Bemühen, tatsächliches oder vermutetes Verlassenwerden zu vermeiden. Beachte: Hier werden keine suizidalen oder selbstverletzenden Handlungen berücksichtigt, die in Kriterium 5 enthalten sind.
2. Ein Muster instabiler, aber intensiver zwischenmenschlicher Beziehungen, das durch einen Wechsel zwischen den Extremen der Idealisierung und Entwertung gekennzeichnet ist.
3. Identitätsstörung: ausgeprägte und andauernde Instabilität des Selbstbildes oder der Selbstwahrnehmung.
4. Impulsivität in mindestens zwei potentiell selbstschädigenden Bereichen (Geldausgaben, Sexualität, Substanzmißbrauch, rücksichtsloses Fahren, "Fressanfälle") Beachte: Hier werden keine suizidalen oder selbstverletzenden Handlungen berücksichtigt, die in Kriterium 5 enthalten sind.
5. Wiederholte suizidale Handlungen, Selbstmordandeutungen oder -drohungen oder Selbstverletzungsverhalten.
6. Affektive Instabilität infolge einer ausgeprägten Reaktivität der Stimmung (z. B. hochgradige episodische Dysphorie, Reizbarkeit oder Angst, wobei diese Verstimmungen gewöhnlich einige Stunden und nur selten mehr als einige Tage andauern).
7. Chronische Gefühle von Leere.
8. Unangemessene, heftige Wut oder Schwierigkeiten, die Wut zu kontrollieren, (z. B. häufige Wutausbrüche, andauernde Wut, wiederholte körperliche Auseinandersetzungen).
9. Vorübergehende, durch Belastungen ausgelöste paranoide Vorstellungen oder schwere dissoziative Symptome.

DSM-Kritik: a) 1,3,5,7,9 können auch von Depressionen erfüllt werden. b) 1-3,5-9 können auch bei Schizophrenien auftreten. c) 1-9 können auch in schizoaffektiven Psychosen auftreten. d) 1-9 können auch bei schizoiden Persönlichkeitsstörungen auftreten. e) 1-9 können auch bei narzißtischen Persönlichkeitsstörungen auftreten. f) 1-9 können auch bei paranoiden Persönlichkeitsstörungen auftreten. Siehe auch: http://www.sgipt.org/doceval/diag_k.htm


Symptome

Während bei einer Person mit Depressionen oder Bipolarer Störung eine Stimmung für mehrere Wochen anhält, kann ein Mensch mit Borderline intensive Schübe aus Angst, Depression oder Wut erleben, die oft nur wenige Stunden bis zu mehreren Tagen andauern, jedoch auch länger anhalten können. Diese können in Verbindung mit Störungen der Impulskontrolle wie impulsiver Aggression, selbstverletzendem Verhalten und Drogen- oder Alkoholmissbrauch auftreten sowie zu übermäßigem Geldausgeben, Völlerei und riskanten Sexualpraktiken führen.
Suchtverhalten ist eine häufige Begleiterscheinung bei Betroffenen. Im Unterschied zu anderen Süchtigen kommt es bei Menschen mit BPS oft zur Suchtverlagerung, sie beenden eine Sucht plötzlich, die Dynamik setzt sich aber dann in einem anderen Suchtbereich fort. Die meist mit der Sucht einhergehenden selbstzerstörerischen Verhaltensweisen verstärken das Krankheitsbild.

An Borderline Erkrankte leiden auch an Wahrnehmungsstörungen, die häufig denen einer Psychose gleichzusetzen sind. Allerdings sind Borderliner im Gegensatz zu Psychotikern in der Regel fähig, ihre Halluzinationen oder Wahrnehmungstörungen als solche zu erkennen.

Wahrnehmungs- und Bewusstseinsstörungen können zu häufiger Änderung von Langzeitzielen, Karriereplänen, Berufen, Freundschaften, Geschlechtsidentität, der Meinung und Werten führen. Häufig berichten die Patienten, dass sie "sich selbst nicht fühlen können" (Depersonalisation), oft fühlen sie sich selbst gegenüber fremd, es handelt sich dabei um auch sehr stark auftretende dissoziative Symptome.
Manchmal empfinden sich Menschen mit BPS als grundsätzlich schlecht oder wertlos.
Häufig fühlen sie sich gelangweilt, leer und haben keinen Sinn dafür, wer sie sind. Solche Symptome treten verstärkt auf, wenn sich Menschen mit Borderline einsam oder isoliert fühlen und können dann zu verzweifelten Versuchen führen, Situationen des Alleinseins zu vermeiden.

Selbstverletzendes Verhalten bis hin zum Suizid sind symptomatisch für diese Erkrankung. Häufig äußern sich Selbsthass und die Unfähigkeit, die plötzlich auftretenden Spannungen abzubauen sowie ein Gefühl des "sich nicht mehr Spürens" in autoagressivem Verhalten. Die Betroffenen schlagen mit dem Kopf gegen die Wand, sie zerkratzen sich mit den Fingernägeln oder schneiden sich mit Messern oder Rasierklingen ihre Arme oder andere Körperpartien auf. Auch fügen sich viele Betroffene Verbrennungen zu. Große Gefahr der Selbstverletzung/eines Selbstmordes besteht auch zu dem Zeitpunkt einer Hochstimmung.

Sozialverhalten und Partnerschaft

Die zwischenmenschlichen Beziehungen von Menschen mit einer Borderline-Störung sind oft höchst instabil (von Experten wird auch oft von instabil-stabil gesprochen), was auch mit dem gestörten Selbstbild in Verbindung steht. Auch intensive emotionale Bindungen schützen nicht davor, dass die Einstellung gegenüber Familienmitgliedern, Freunden oder Liebespartnern plötzlich von Idealisierung (starke Bewunderung und Liebe) in Abwertung (intensive Wut und Hass) umschlägt.

Werden Borderlinepatienten - real oder vermeintlich - ungerecht behandelt, reagieren sie oft sehr heftig und impulsiv und finden häufig über Tage oder sogar Wochen keinen Ausweg aus ihrer Gedankenwelt aus Selbstvorwürfen, Selbsthass und Rachegedanken. Viele Äußerungen sowie Gesten, Mimik und Betonung anderer Personen werden nicht selten falsch oder durch Überinterpretationen als feindlich ausgelegt, jedenfalls aber sehr intensiv analysiert und auf "Signalwirkung untersucht". Ursache ist eine häufig anzutreffende generelle Erwartungshaltung, dass Kränkungen vom Gegenüber zu erwarten sind.

Für Borderliner ist es oft schwierig, das Verhalten anderer richtig zu deuten, da ihre starke Sensibilität für ungerechtes Verhalten häufig zu heftigen Überreaktionen führt und somit für sie selbst schwer abzuschätzen ist, welche Reaktion die Richtige auf die aktuelle Situation ist.

Bereits kleine Anlässe lösen stärkste "Gefühlimpulse" aus, die vom Kranken nicht in Relation zur Ursache gebracht werden können und zu heftigen emotionalen Verwicklungen führen können. Wenn sie eine enge Bindung eingehen, tendieren sie dazu, die andere Person zu idealisieren. Tritt jedoch ein Konflikt auf, können sie unerwartet in das andere Extrem wechseln und das Gegenüber aus einer Verteidigungshaltung heraus entwerten. Häufig wird die Bindung zumindest vorübergehend, oft aber auch dauerhaft beendet.

Die Angst verlassen zu werden scheint in Beziehung zu stehen mit Schwierigkeiten, sich gefühlsmäßig mit Schlüsselpersonen verbunden zu fühlen, wenn diese nicht anwesend sind (mangelhafte Objektkonstanz), was dann zu einem Gefühl des Verlassenseins oder der Wertlosigkeit führt. Suiziddrohungen und -handlungen können in Verbindung mit Gefühlen des Verlassenseins oder der Enttäuschung auftreten. Es fällt ihnen schwer Nähe zuzulassen, sie sind dennoch ständig auf der Suche danach.

Differentialdiagnose
Häufig wird die Borderline-Störung mit der Aufmerksamkeitsdefizitstörung verwechselt.


Behandlung
Die Behandlungsmöglichkeiten für das Borderline-Syndrom haben sich in den letzten Jahren verbessert.
Gruppen- und Einzelpsychotherapie sind für viele Patienten zumindest teilweise erfolgreich. Vor allem natürlich mit integrativem Ansatz auf verschiedenen Ebenen.
In jedem Falle ist eine spezifische und systematische Psychotherapie effektiver als eine „allgemeine Behandlung“, wie sie die meisten Patienten immer noch erfahren.
In den letzten fünfzehn Jahren wurden zwei neue vielversprechende, psychosoziale Behandlungsmethoden entwickelt: die DBT (engl. dialectical behavior therapy) und die TFP (Transference Focused Psychotherapy: Übertragungsfokussierte Psychotherapie).
Die DBT wurde von der amerikanischen Psychotherapeutin Marsha Linehan, die selbst Betroffene ist, entwickelt.
Beide Verfahren messen der Beziehung zwischen Patienten und Therapeuten eine besondere Bedeutung bei; die DBT legte jedoch mehr Wert auf verhaltenstherapeutische Techniken und vertritt auch philosophische Elemente wie Achtsamkeit und Konstruktivismus, während die von dem amerikanischen Psychiater und Psychoanalytiker Otto F. Kernberg entwickelte TFP psychodynamisch orientiert ist und die Beziehungs- und Identitätsprobleme der Patienten in den Mittelpunkt der Behandlung nimmt.

Pharmakologische Behandlungen werden häufig entsprechend den spezifischen Zielsymptomen des einzelnen Patienten verschrieben. Antidepressiva und Stimmungsstabilisatoren können bei depressiven und/oder labilen Stimmungen sinnvoll sein,es werden jedoch vor allem selektive Serotoninwiederaufnahmehemmer empfohlen, die Stimmungsstabilisatoren werden zwar immer häufiger angewandt, für ihre Wirksamkeit fehlen jedoch wissenschaftliche Belege. Antipsychotische Medikamente (Neuroleptika) können - unter anderem bei Denkstörungen und Angstreduzierung - Besserung bringen; hier ist zu betonen, dass die modernen, sog. atypischen Neuroleptika den konventionellen Methoden (z.B. Tranquilizer, konventionelle Neuroleptika) vorzuziehen sind, da bei ersteren Nebenwirkungen seltener und vor allem (motorisch und kognitiv) weniger einschränkend sind - insbesondere müssen so genannte Spätdyskinesien, die nicht selten irreversibel sind, kaum befürchtet werden. Im Gegensatz zu Tranquilizern machen Neuroleptika nicht abhängig.

Ursachen

Obwohl der Grund des Borderline-Syndroms unbekannt ist, glaubt man, dass sowohl Umwelt- als auch genetische Faktoren Gründe für die Manifestation einer BPS sind. Studien zeigen, dass viele, aber nicht alle BPS-Patienten, eine Vorgeschichte aus Missbrauch, Vernachlässigung oder Trennung im jungen Alter aufweisen. 40 bis 71 Prozent der BPS-Patienten berichten von einem sexuellen Missbrauch. Forscher glauben, dass BPS aus einer Kombination von individueller Verletzlichkeit gegenüber umgebenden Stress, Vernachlässigung oder Missbrauch als kleines Kind und einer Reihe von auslösenden Ereignissen im jungen Erwachsenenalter verursacht wird. Erwachsene mit BPS sind auch wesentlich häufiger Opfer von Gewalt, einschließlich Vergewaltigung und anderen Verbrechen. Dies mag sowohl durch schädigende Umgebungen sowie durch Impulsivität und eine ungünstige Partner- oder Lebensstilwahl bedingt sein.


Geschichte

Der Begriff selbst stammt aus dem Jahre 1884 (Borderland). 1938 wurde der Begriff Borderline von Adolph Stern verwendet, um einen Typ von Patienten zu beschreiben, der mit damaligen psychoanalytischen Methoden nicht zufriedenstellend behandelt werden konnte. Stern arbeitete dabei besonders das Charakteristikum der Borderline-Persönlichkeit heraus, im Analytiker ein gutes und allmächtiges Objekt zu sehen, das sich abrupt in ein feindliches verwandelte, sobald der Therapeut nicht vollständig den Erwartungen des Patienten entsprach. In diesem Zusammenhang wurde auch BPS als dissoziative Persönlichkeitsstörung erwähnt. Verbunden damit war eine Störung der Realitätsüberprüfung bis hin zur Übertragungspsychose.


Resultierend aus der Objektbeziehungsstörung entsteht eine Widersprüchlichkeit des Selbstbildes bis hin zur Identitätsdiffusion, vor allem auch das Vorherrschen von Abwehrmechanismen wie der Persönlichkeitsspaltung, der Projektion und der Verleugnung. Ebenfalls entwickelten Gunderson und Singer 1975 Kriterien der BPS, welche mit denen Kernbergs erstmals 1980 in das Diagnostische und Statistische Manual psychischer Störungen (DSM-III) als Definition der Borderline-Persönlichkeitsstörung eingingen. Teil der Internationalen Klassifikation psychischer Störungen (ICD-10) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurde BPS erst 1991, und zwar unter dem Begriff "Emotional instabile Persönlichkeitsstörung", wobei ein "Borderline Typus" und ein "Impulsiver Typus" unterschieden werden. Der erstere bezeichnet die Personengruppe, deren Impulse in hohem Maße gegen die eigene Person gerichtet werden, was häufig zu autoaggressivem Verhalten führt. Der impulsive Typus richtet seine Impulse eher nach außen, was sich in einer Tendenz zu aggressiven Impulsen gegen andere Menschen oder Gegenstände bemerkbar machen kann.


Kritik

Umstritten sind allerdings sowohl der Begriff als auch die diagnostischen Kriterien. Besonders der Psychoanalyse wurde unterstellt, mit dem Begriff Borderline die eigentlichen Ursachen der Störung zu verschleiern.
Da in den weitaus meisten Fällen traumatische Vor- und Früherfahrungen vorlägen, plädieren mehrere Autoren (Herman, van der Kolk, Reddemann, Sachsse et al.) besonders aus der Traumaforschung dafür, die Borderline-Diagnose durch die Diagnose einer chronischen posttraumatischen Belastungsstörung zu ersetzen.
Neuere Untersuchungen kommen jedoch zu dem Ergebnis, dass ca. ein Viertel der Betroffenen keine entsprechenden Erfahrungen gemacht haben sollen. Genau wie bei dem oft verglichenen Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom wird bei Diagnosen des Borderline-Syndromes oft vorgeworfen, es handle sich um eine sogannte Modediagnose. Dem wird entgegen gehalten, dass die moeglichen Ursachen zugenommen haben koennten (Beispiel instabile Familien, Einsamkeit und Arbeitslosigkeit). Der englische Analytiker John Steiner wiederum beschreibt die Borderline-Position als psychischen Rückzugsort, der Zuflucht vor den den Patienten bedrohenden Ängsten bietet.

Literatur

* M. Linehan: Dialektisch Behaviorale Therapie der Borderlin-Persönlichkeitsstörung incl. Trainingsmanual, CIP-Medien, München, ISBN 3-9803074-8-4, 3-9803074-9-2
* Otto F. Kernberg: Borderline-Störungen und pathologischer Narzissmus (ins Deutsche übertragen von H. Schultz) Frankfurt am Main: Suhrkamp 1995 stw 429
* Otto F. Kernberg, Birger Dulz, Ulrich Sachsse (2000). Handbuch der Borderline-Störungen. Stuttgart, New York: Schattauer
* Birger Dulz, Angela Schneider (1995, 2004) Borderline-Störungen - Theorie und Therapie. Stuttgart, New York: Schattauer
* Martin Bohus (2002): Borderline-Störung, Fortschritte der Psychotherapie Band 14, Hogrefe. ISBN 3-8017-1096-3.
* Gerhard Dammann, Paul L. Janssen (Hrsg.) (2001) Psychotherapie der Borderline-Störungen, Thieme. ISBN 3-13-126861-1
* Jerold J. Kreisman, Hal Straus (2003) Ich hasse dich, verlass mich nicht, Kösel. ISBN 3466303265
* Heinz-Peter Röhr (2003) Weg aus dem Chaos, Walter Verlag. ISBN 3-530-30010-1
* Paul T. Mason, Randi Kreger (2003) Schluss mit dem Eiertanz. Ein Ratgeber für Angehörige von Menschen mit Borderline. Psychiatrie-Verlag. ISBN 3884143379


Filme

Folgende Filme befassen sich thematisch mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung:

* Allein Drama, 88 Min., Deutschland 2004, Kinostart: 28. Juli 2005
* Durchgeknallt (Girl, Interrupted)
* Good Will Hunting (Wird in der Kritik nicht deutlich; diese ist extrem oberflächlich)
* Betty Blue (das Buch von Djian ist ebenfalls lesenswert)

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Borderline aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

 

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