Resilienz
"Resilienz" leitet sich ab vom englischen "resilience" und bedeutet so viel wie Elastizität und Unverwüstlichkeit.
Der Begriff kommt ursprünglich aus der Physik. Er meint, dass ein Material die Eigenschaft hat, wenn es belastet wird, wieder in den Ausgangszustand zurückzukehren."

"Gemeint ist die "seelische Widerstandsfähigkeit". Der Begriff beschreibt die Fähigkeit, den Wechselfällen des Lebens zu trotzen, sich auch in Krisen nicht aus der Bahn werfen zu lassen und selbst in schwierigsten Situationen den eigenen Seelenfrieden zu wahren, und nicht zu "verhärten".
Personen mit dieser Fähigkeit verfügen über "Kohärenzgefühl", d.h. sie verfügen über ein grundlegendes Vertrauen in die Sinnhaftigkeit, Verstehbarkeit und Handhabbarkeit des Lebens. Resiliente Menschen vertrauen darauf, den Anforderungen dieser Welt gerecht werden und die Anforderungen des Alltags schon irgendwie bewältigen zu können. Sie haben eine sehr hohe "Selbstwirksamkeitserwartung", also die selbstbewusste Zuversicht, schwierige Situationen in eigener Kompetenz meistern zu können."

"Der Kern der Resilienz ist das unerschütterliche Vertrauen in die Fähigkeit, sein eigenes Leben in den Griff zu bekommen."

In der Psychologie wird mit Resilienz die Stärke eines Menschen bezeichnet, Lebenskrisen wie schwere Krankheiten, lange Arbeitslosigkeit, Verlust von nahestehenden Menschen, oder ähnliches, ohne anhaltende Beeinträchtigung durchzustehen. So werden z. B. Kinder als resilient bezeichnet, die in einem risikobelasteten sozialen Umfeld aufwachsen, das durch Risikofaktoren wie z.B. Armut, Drogenkonsum oder Gewalt gekennzeichnet ist und sich dennoch zu erfolgreich sozialisierten Erwachsenen entwickeln. Auch die erfolgreiche Überwindung von Traumata ist ein Zeichen von Resilienz. Wesentliche Faktoren, die Resilienz begünstigen, sind das soziale Umfeld des Betroffenen, seine biologische Vitalität und seine mehr oder weniger aktive Einstellung zu Problemen (=interne Kontrollüberzeugung, der Glaube, dass man Probleme durch eigenes Bemühen lösen kann). Bei Kindern und Jugendlichen ist es möglich, Resilienz im schulischen Kontext mit Hilfe verschiedener Programme zu fördern (siehe z. B. Gr ünke (2003)).

Kinder, die in Armut aufwachsen, leben unter erschwerten Bedingungen. Sie sind mehr Risikien und Frustrationen ausgesetzt als ihre besser gestellten Altersgenossen. Folgen davon sind u.a. schlechtere Schulleistungen, häufigere kriminelle Auffälligkeit oder Drogenabhängigkeit und häufigeres Auftreten von Erkrankungen, wie zum Beispiel ADS (bei Kindern und Erwachsenen) oder Schizophrenie (bei Erwachsenen). Forscher wie zum Beispiel Emmy E. Werner, Elder, Haan, Moriaty und Toussing, Nuechterlein, Garmezy und Scarr untersuchten Kinder, die in großer Armut aufwuchsen und kamen zu dem Ergebnis, dass bei ungefähr 2/3 aller arm aufgewachsenen Kinder im Erwachsenenalter große Probleme bestanden. Das Drittel, auf das sich die Armut in dieser Untersuchung nicht ausgewirkt hatte, wurde als resilient bezeichnet.

Resiliente Kinder unterschieden sich durch eine Reihe von Eigenschaften von nichtresilienten Kindern:

  • es sind häufiger Mädchen als Jungen, resiliente Jungen sind eher „untypische“ Jungen. Sie sind weniger aggressiv und mehr auf andere bezogen als nicht resiliente Jungen
  • intelligente Kinder sind tendenziell resilienter als weniger intelligente Kinder, es gibt jedoch auch wenig intelligente resiliente Kinder und intelligente nichtresiliente Kinder
  • resiliente Kinder sind oft Overachiever, d.h. sie bringen bessere Schulleistungen, als es von ihrer Intelligenz her zu erwarten wäre
  • sie haben ihre Impulse eher unter Kontrolle als nicht resiliente Kinder und sind disziplinierter
  • sie sind eher in der Lage zum Belohnungsaufschub als nichtresiliente Kinder
  • resiliente Kinder sind anderen Menschen zugewandt, sie reagieren positiv auf Aufmerksamkeit
  • resiliente Kinder sind einfühlsamer und emotionaler als nichtresiliente Kinder
  • sie sprechen eher über ihre Gefühle
  • sie sind vertrauensvoller und weniger aggressiv
  • entgegen dem Vorurteil, das viele Leute vielleicht hegen, sind resiliente Kinder nicht „tough“. Das Gegenteil ist der Fall, sie ersuchen andere eher um Hilfe als nichtresiliente Kinder und geben Schwächen eher zu
  • resiliente Kinder haben eine realistische Selbsteinschätzung
  • sie haben realistische Zukunftsvorstellungen
  • sie sind sozial angepasster als nichtresiliente Kinder
  • sie sind „leichter zu lenken“ und versuchen den Erwartungen Erwachsener gerecht zu werden
  • sie sind interessiert an Menschen, Sachen und Ideen und lernen gerne. In der Regel gehen sie gerne zur Schule
  • sie haben eine interne Kontrollüberzeugung

Die Rolle der Familie
Die Familien resilienter Kinder unterschieden sich signifikant von denen nicht resilienter Kinder:

  • Eltern resilienter Kinder hatten eine bessere Bildung, als Eltern nicht resilienter Kinder
  • Eltern resilienter Kinder waren häufiger berufstätig als Eltern nicht resilienter Kinder; Berufstätigkeit der Eltern scheint auch wenn man dabei weniger verdient als den Sozialhilfesatz die Kompetenzen der Kinder zu st ärken
  • resiliente Kinder hatten weniger Geschwister als nicht-resiliente Kinder
  • resiliente Kinder wuchsen seltener in Ein-Eltern-Familien auf, als nicht-resiliente Kinder. Dabei scheint es schädlicher zu sein bei einer alleinerziehenden Mutter aufzuwachsen, als bei einem allein erziehenden Vater aufzuwachsen. Töchter alleinerziehender Mütter werden häufiger als Teenager schwanger, Söhne sind häufiger kriminell oder drogensüchtig. Ohne Vater aufzuwachsen scheint für Jungen noch problematischer zu sein als f ür Mädchen
  • Eltern resilienter Kinder waren trotz ihrer Probleme freundlich und einf ühlsam und unterstützend
  • sie nahmen Anteil am Leben ihrer Kinder

Wenn dies jedoch nicht der Fall war, dann suchten sich die resilienten Kinder oft Bezugspersonen außerhalb der Familie.
In diesem Fall verließen sie auch oft nach der Schulzeit das negative Milieu ihrer Familie und suchten sich eine bessere Umgebung.

[Grundlagen zitiert aus WIKIPEDIA]

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"Resilienz" hat auch eine nahe Verwandtschaft mit dem von Ernst Ulrich und Christine von Weizsäcker zurückgehender Begriff der "Fehlerfreundlichkeit".
"Fehlerfreundlichkeit bedeutet zunächst einmal eine besonders intensive Hinwendung zu und Beschäftigung mit Abweichungen vom erwarteten Lauf der Dinge. Dies ist eine in der belebten Natur überall anzutreffende Art des Umgangs mit der Wirklichkeit und ihren angenehmen und unangenehmen Überraschungen" (Ernst Ulrich von Weizsäcker) [1]. (vgl. "Prinzip Fehlerfreundlichkeit")

Für die Fehlerfreundlichkeit müssen drei Komponenten zusammenwirken: "Redundanz, Vielfalt und Barrieren zusammen garantieren lebenden Systemen ihre Fehlerfreundlichkeit und damit ihr Vorbereitetsein auf künftige Ereignisse" (Ernst Ulrich von Weizs äcker) [1].

Systeme und Netzwerke

Fehlerfreundlichkeit eines Systems bedeutet, dass es so eingerichtet ist, dass (kleine) Fehler nicht zu weit reichenden negativen Folgen oder gar zur Auslöschung des Systems führen. Das System ist also in der Lage, aus Fehlern zu lernen. Dies ist z. B. in stabilen Ökosystemen der Fall, da es immer genug Ausweichmöglichkeiten gibt, wenn Störungen auftreten (siehe auch Resilienz).

So kann es z. B. bei vernetzten Systemen gefährlich sein, Redundanzen zu weit zu vermeiden, also das Netzwerk zu stark auszudünnen (? schlankes Management, Verschlankung, schlanker Staat, schlanke Organisation), da dann unter Umständen Ausfälle von den verbleibenden Bestandteilen des Systems nicht mehr kompensiert werden können (z. B. bei Sicherheitseinrichtungen, aber auch in Organisationen).

Fehlerfreundlichkeit und Risikobereitschaft

Wird Risikobereitschaft als verantwortliches Handeln verstanden, dann ist Fehlerfreundlichkeit eine notwendige Voraussetzung. Nur in fehlerfreundlichen Systemen führen die Auswirkungen risikofreudigen Entscheidens nicht zu unkalkulierbaren Risiken.

Dies gilt besonders für Technologien und Tätigkeiten mit besonderen Risiken, z. B. bei großtechnologischen Anlagen und im Arbeitsschutz.
[Grundlagen zitiert aus WIKIPEDIA]

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Prinzip Fehlerfreundlichkeit

"Fehlerfreundlichkeit bedeutet zunächst einmal eine besondere intensive Hinwendung zu und Beschäftigung mit Abweichungen vom erwarteten Lauf der Dinge. Dies ist eine in der belebten Natur überall anzutreffende Art des Umgangs mit der Wirklichkeit und ihren angenehmen und unangenehmen Überraschungen" (v. Weizsäcker, 1984, S. 168)

Alle lebenden Systeme entwickeln nicht nur Kompensationsmöglichkeiten für Fehler sondern führen Abweichungen/Fehler aktiv herbei, um die sich daraus ergebenden Möglichkeiten zu erforschen. Die Produktion von Irrtümern ist ein übergeordnetes biologisches und kulturelles Prinzip zur Entfaltung von Komplexität. Entgegen Darwins einseitiger Annahme vom "survival of the fittest" spielt daher das Überleben von scheinbar "Schwächeren" (altruistische Pflege) in der sozialen Organisation höherer Säugetiere eine überragende Rolle. Individuen und soziale Systeme, die keine Variationen mehr hervorbringen, sterben ab (Bateson, !981).

Kreative Aktivitäten tauchen daher auf allen Ebenen der Entwicklung von Leben auf und wirken einer "fehlerlosen Stagnation" (v. Weizsäcker, 1984) entgegen. Heisenberg(1983) identifiziert "initiale Aktivitäten", d.h. nicht planbare, unüberschaubare Aktivitäten als Bedingung für die Entwicklung menschlicher Willensfreiheit. Moreno (1954) betont Spontaneität als universelles Prinzip.

Praktisch gehen wir daher mit Fehlern voran und überprüfen dabei, ob Abweichungen in eine Sackgasse führen oder innovativ sind. Mutig der beste Freund seiner eigenen "Fehler" zu sein, ist erfolgreich, macht aber viel Arbeit.

Drei Komponenten von Fehlerfreundlichkeit, die zusammenwirken:

Redundanz/Kontinuität: Die basale Stabilität eines Systems muß gewährleistet sein, damit Varianz produktiv (und nicht destruktiv) wirken kann. Die wesentliche Aufgabe bei allen Veränderungsprozessen besteht daher im Aufbau einer angemessen stabilen Organisationsform, die in der Lage ist, Verstörung"aufzufangen" und strukturellen Wandel abzufedern.

Variation/Vielfalt: Abweichungen und Variationen wirken der Erstarrung entgegen. Sie müssen daher - gegebenebfalls von Außen - erzeugt werden. "It is not the philological mind that was a creator of cultur, but devination, pathos, imagination - in a word, ERROR" (Eliade, 1978, S. 178).

Barrieren/Grenzen: Grenzen ermöglichen den Austausch zwischen Systemen und regulieren das Zusammenspiel zwischen stabilisierenden und verändernden Prozessen, zwischen Bestätigung und Neuheit. Isolation begünstigt Eigenentwicklungen (z.b.auf den Galappagos-Inseln) während Fusion gemeinsame Entwicklung befruchtet.

"Redundanz, Vielfalt und Barrieren zusammen garantieren lebenden Systemen ihre Fehlerfreundlichkeit und damit ihr Vorbereitetsein auf künftige Ereignisse" (Weizsäcker, S. 170).

Für soziale Systeme stellt sich die Frage, wie Kontinuität, Veränderung und Grenzen angemessen ausbalanciert werden können, um Fehlerfreundlichkeit immer wieder neu herzustellen.

Literatur

* Bateson, Gregory, "Ökologie des Geistes", Suhrkamp, Frankfurt, 1983
* Bleckwedel, Jan, Klein, U., Portier, L., " Einladung zur Fehlerfreundlichkeit", in "Psychodrama" 2/1991
* v.Weizsäcker, Christine und Ernst Ulrich, "Fehlerfreundlichkeit", in: Kornwachs,K., "Offenheit- Zeitlichkeit-Komplexität", Campus, Frankfurt, 1984

[Zit. aus: http://fehrfeld.de/werwirsi/fehler.html)

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Links
Etymologie-Lexikon - Wortliste mit R

http://de.wikipedia.org/wiki/Resilienz
http://ausbildungsinstitut.ch/de/content/view/81/55/
http://www.satya-gruppe.ch/resilienz.htm
http://www.sonnweid.ch/fileadmin/tmpl/pdf/Infos_Resilienz.pdf
http://www.kindergartenpaedagogik.de/1123.html
http://www.hr-online.de/website/specials/wissen/index.jsp?rubrik=6570&key=standard_document_12431266
http://www.hr-online.de/website/specials/wissen/index.jsp?rubrik=6570&key=standard_document_12431266
http://iss.active-elements.de/fileadmin/user_upload/pdfs/doku_ft_resilienz_2006_09.pdf
http://www.nfp43.unibe.ch/doku/200-202.pdf
http://www.dr-mueck.de/HM_FAQ/Resilienz.htm


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